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Das beste Tagesgeld in 2021

  • Lesezeit 4 Min.
Chris

Dipl.-Ingenieur, Developer, #Buy-and-Hold #ETF #Investor, Freelancer, Lerner

Geld

Lohnt es sich da überhaupt noch, sein Geld in Tagesgeld anzulegen? Was ist das beste Tagesgeld in 2021? Das schauen wir uns in diesem Artikel näher an.

Es ist noch nicht allzu lange her, da war Tagesgeld der neue Bundesschatzbrief. Banken wie die ING Diba warben intensiv um Neukunden mit attraktiven Zinsen. Heute – 2021 – sieht die Lage etwas anders aus: einige Banken wie Moneyou ziehen sich aus dem Tagesgeldgeschäft gar komplett zurück, andere Banken wie die ING geben gar keine Zinsen mehr oder bewerben dies nicht mehr aktiv.

Der Bedarf an der Anlage in Tagesgeld ist nach wie vor gegeben. Gründe für ein Tagesgeldkonto sind vielfältig, z.B.

  • meine 6-12 Monatsgehälter Notgroschen, wenn mal die Waschmaschine oder das Auto kaputt geht
  • das explizite Sparen für eine Urlaubsreise oder
  • die Anlage des risikoarmen Teils in der Altersvorsorge.

Allerdings ist die Realität aktuell, dass selbst die besten Zinsangebote nur knapp über 0% liegen.
Es gibt hierzu bereits einige gute Vergleichswebsites für Tagesgeld, unter anderem der Tagesgeld-Vergleich von Finanztip und der Tagesgeld-Vergleich vom Youtube-Kanal Finanzfluss.

Was ist nun das beste Tagesgeld?

Kurze Antwort: es ist aktuell einfach egal!

Ob ich für mein Tagesgeld jetzt 0% oder 0,3% pro Jahr (bestes Angebot aktuell laut den Vergleichsrechnern) bekomme, macht bei einem Anlagebetrag von 50.000 € gerade einmal 150,- € aus.
Natürlich 150,- € haben oder nicht haben macht einen Unterschied, aber man muss hierbei auch folgende Faktoren beachten:

  • Zeitaufwand, den Du für die Recherche und den Kontowechsel inklusive Deiner Verifikation bei der Bank, Geldtransfer, usw. investieren musst (ich würde sagen, Minimum sind 4 Stunden)
  • alle Banken müssen derzeit mit dem Niedrigzinsumfeld klar kommen, d.h. welche Bank aktuell das “beste” Zinsangebot hat, kann und wird sich sehr schnell ändern. Das wiederum bedeutet, dass Du laufend prüfen und wechseln müsstest.
  • Risiko und Rendite hängen immer zusammen. Höhere Zinsen gibt es nur mit mehr Risiko. Solange Du innerhalb der gesetzlichen Einlagensicherung bleibst, ist Dein Risiko bestmöglichst minimiert (da es auf den Staat übergeht), darüberhinaus solltest Du die Bank aber äußerst kritisch hinterfragen.
  • mind. 25% Abgeltungssteuer müssen davon ebenfalls noch abgezogen werden, vorausgesetzt Du hast Deinen Sparerpauschbetrag bereits ausgeschöpft

Lohnt sich ein Tagesgeldkonto trotzdem noch?

Natürlich lohnt sich Geld auf dem Tagesgeldkonto unter anderem für die oben genannten Zwecke nach wie vor. Insbesondere der Aspekt, dass das Geld separiert von meinem Girokonto ist, hat einen wesentlichen Spareffekt. Nur sollten wir aktuell bei der Auswahl des Tagesgeldanbieters nicht so viel Zeit mit Recherche und Vergleichen verschwenden, sondern uns z.B. eher auf das Steigern der Sparrate oder unseres Einkommens sowie auf die Minimierung der Ausgaben konzentrieren.

Ist Festgeld eine sinnvolle Alternative?

Höhere Zinsen gibt es auf 2 verschiedene Arten: entweder man akzeptiert ein höheres Risiko z.B. bei Banken im Ausland, Unternehmensanleihen, Aktien, Bitcoin, etc. oder durch längere Laufzeiten wie beispielsweise bei Festgeld oder Anleihen.

Festgeld ist in dem Sinne daher keine direkte Alternative zu Tagesgeld, da man für einen längeren Zeitraum (in der Regel größer 12 Monate) an das Geld nicht ran kommt. Kurz laufende Festgelder ignoriere ich jetzt in diesem Fall mal, da hier keine nennenswert höheren Zinsen zu erwarten sind als bei Tagesgeld und die oben genannten Nachteile auch hier gelten.
Das heißt Festgelder solltest Du nur verwenden, wenn Du sicher bist, dass Du das Geld auf absehbare Zeit nicht benötigst. Den oben genannten Notgroschen oder das explizite Sparen für eine Urlaubsreise (sofern sie nicht weit genug in der Zukunft liegt) würde ich daher absolut nicht in Festgeld anlegen.

Ob der risikoarme Teil der Altersvorsorge in Festgeld investiert werden kann, ist nicht eindeutig zu beantworten. Ich für meinen Teil lege nur einen kleinen Teil des risikoarmen Anteils in Festgeldern an, um im Falle eines deutlichen Kursrückgangs wie jetzt im März 2020 in der Corona-Krise das Portfolio flexibel rebalancen zu können. Gerade in turbulenten Zeiten können sich einmalige Chancen für Dich als langfristigen Anleger ergeben, die mir mit einer fixen Anlage in Festgeldern nicht möglich gewesen wären. Da sind mir dann die paar Prozentpunkte Differenz zum Tagesgeld egal.

Es bleiben aktuell super interessante Zeiten. Ich bin gespannt, wie sich das ganze Zinsumfeld weiter entwickelt! Was meint ihr?

Disclaimer: Meine kostenlosen und freien Recherchen stellen meine persönliche Meinung dar und sind in keinster Weise eine Anlageempfehlung. Sie werden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt, aber sie können trotzdem ganz oder teilweise falsch sein. Daher übernehme ich keinerlei Haftung für Anlageentscheidungen, die auf Basis der hier vermittelten Informationen getroffen werden. Des Weiteren erhebt diese Website keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität.
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